#nothingtodoness is a research project funded by Ministry of Culture and Science of the State of North Rhine-Westphalia within the framework of the program “Auf geht's! Scholarship program.

Concept: Chun Zhang 

Creation: Chun Zhang, Mariane Verbecq, Kai Strathmann

 

‘Worked meaninglessness is working. Decided doinglessness is decision. Choreography is nothing but an ultimative generative art.’ 

 

Ich mache eine choreografische Recherche „nothingtodoness“ als Reaktion auf die radikale künstlerische Untersuchung von John Cage, dass „nothingtoseeness“ in der bildenden Kunst der Stille in der Musik entspricht. Der Sinn hier ist nicht nichts zu sehen, sondern den reinen prozess des beobachtens in den vordergrund zu rücken. Mein Ansatz dafür ist also meine Faszination, Beobachtung und Erfahrung der gekonnten Bewältigung des Körpers in der Welt durch bewusste und unbewusste künstlerische Entscheidung auszudrücken und dem Betrachter die Schicht zwischen Materiellem und Immateriellem des Körpers ohne jegliche Gewalt näher zu bringen. 

Mit den drei chronisch arrangierten Themen ‚Stillness‘, ‚Transition‘ und ‚Self sufficiency‘ plante ich meine Recherche wie folgt:

--Ich erfahre die unmögliche ‘Stille’ am Körper durch gezielte Improvisation und meditation und finde heraus: Was ist relativ ruhig? Was ist passiv und aktiv? Was muss ich tun, um still zu sein? Führt Bewegung zu Stille? Führt Stille zu Bewegung?

--Ich betrachte die Übergänge an meinem Körper, anatomisch und physisch: Die Haut ist ein Übergang. Atem ist Übergang. Die Qualität der Gestaltung ist Übergang. Dann Mentale Übergänge betrachten: Ein erleuchteter Moment ist ein Übergang. Ein Traum ist ein Übergang. Eine Pause ist ein Übergang. Sich der Beziehungen bewusst zu sein, ist ein Übergang. Am ende betrachte ich die Übergänge kompositorisch und grammatikalisch: „Phrasierung“ ist ein Übergang, Kohärenz herstellen ist ein Übergang, ein Satzbruch ist ein Übergang; Wiederholung ist ein Übergang; ein Pronomen ist ein Übergang; das Präsens, die Form „ing“, die im Deutschen nicht zu finden ist, ist eine Transition.

Wenn ich diese Elemente intensiv betrachte, wie verändert es meine Art, mich zu bewegen und in der Stille zu sein? Welche neuen ästhetischen Formen entstehen, kompositorisch und metaphorisch?

--Wann beginnt die künstlerische und ästhetische Gestaltungsentscheidung? Bringt das Bewusstsein all dessen zu einer Einheit, dass ich Funktion und Ausdruck zugleich erfülle und somit eine unendliche Kreativität Ressource in einem Körper habe? Ist Entleeren und Erstellen gleichzeitig möglich?

Seit dem 01.10.2021 habe ich mit der französischen Tänzerin und Performerin Mariane Verbecq die Recherche begonnen. Wir haben viele Texte, Ideen, visuelle Elemente und Mini-Happenings gesammelt, die uns aus unserer normalen Zone des Denkens, Schaffens, Teilens von Bewegungen und Tanzen herausgebracht haben. Das Ergebnis wird hier in Form eines digitalen Museums / Online-Erlebnisraums geteilt. So konnte das Publikum einen Einblick in Körper und Geist des Tänzers und Choreografen bekommen, ohne physisch daran teilnehmen zu müssen. Wir aktualisieren und erstellen immer noch neue Formen.